Aktuelles Magazin

von Tom Waurig

Entschädigung für Flüchtlingshelfer

Pauschale

Der Freistaat Sachsen reagiert auf den steigenden Bedarf ehrenamtlicher Helfer.

Tausende Bundesbürger helfen tagtäglich in den Flüchtlingsunterkünften des Landes. In ihrer Freizeit geben sie Deutschkurse, bieten Kinderbetreuung an oder begleiten Flüchtlinge bei den oft nervenzehrenden Behördengängen – alles unentgeltlich. Andere wiederum übernehmen Patenschaften und stehen den Neuankömmlingen in der neuen Heimat zur Seite.

Angela Merkels populäre Parole „Wir schaffen das“ bliebe ohne diesen Einsatz nur ein frommer Wunsch. Auf den steigenden Bedarf ehrenamtlicher Helfer reagieren deshalb auch die ersten Bundesländer. Bislang gelten Entschädigungszahlungen oft nur für Sprachdolmetscher. Der Freistaat Sachsen zahlt Flüchtlingshelfern nun eine Pauschale und das sogar rückwirkend.

Pauschale: 20 Stunden, 40 Euro

„Aufgrund der aktuellen Situation bei der Aufnahme und Betreuung von Flüchtlingen wird die Zahlung pauschaler Aufwandsentschädigungen für das Jahr 2015 kurzfristig ermöglicht“, heißt es in der Mitteilung des Sächsischen Sozialministeriums.

Für den Einsatz von mindestens 20 Stunden im Monat können aktive Bürger über den jeweiligen Projektträger eine monatliche Aufwandsentschädigung von bis zu 40 Euro erhalten. Praktika und Freiwilligendienste sind von dieser Regelung ausgenommen. Die Beantragung erfolgt mit Hilfe eines zweiseitigen Formulars und einer kurzen Beschreibung der ehrenamtlichen Tätigkeit.

Sachsen ist damit das erste Bundesland, das derartige Entschädigungszahlungen landesweit für Ehrenamtliche möglich macht, bestätigt Winfried Ripp, Geschäftsführer der Bürgerstiftung in Dresden. Anträge können bis zum 30. November 2015 gestellt werden.

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