Aktuelles Magazin

von Tom Waurig

Blogger rät zum Facebook-Dialog

PEGIDA-Protest

"Dort sein, wo sich viele der Protestler bewegen." (Foto: Regine Christiansen / RedaktionsKontor)

Der Zulauf ebbt nicht ab. Die Proteste von „Pegida“ und ihrer bundesweiten Ableger wachsen weiter an – auf der Straße und im Internet. Martin Fuchs kennt keine vergleichbare Bewegung, die in den sozialen Netzwerken so rasant an Dynamik gewonnen hat. „Ohne eine Sichtbarkeit auf der Straße wäre die Wahrnehmung in Politik und Medien aber gleich Null“, fügt der Hamburger Politikberater hinzu.

Die Anonymität spornt viele an, ihre Meinung offen zu verbreiten. Fuchs sieht gerade in Facebook und Co. eine Chance, den Dialog anzustoßen, den Pegida bislang verweigert. Alle Gesprächsangebote haben die Organisatoren abgelehnt. Die Demonstranten sind angehalten nicht mit der Presse zu sprechen, da Artikel ohnehin verzerrt seien, so die Begründung.

Will man die Proteste einfangen, „sollte man dort sein, wo sich viele der Protestler bewegen und das ist im Netz“, erklärt Fuchs. Der Blogger hat sich als „Hamburger Wahlbeobachter“ einen Namen gemacht und kennt die Bedeutung der sozialen Netzwerke für das politische Geschäft.

„Resignierte Nicht- und Protestwähler nutzen vor allem das Internet, um sich politisch zu informieren“, weiß der Experte. Dort müsse ständig diskutiert und mit Fakten argumentiert werden. Den Aufbau vieler Pro Asyl-Seiten hält er hingegen nicht für sinnvoll. „Eine zentrale PegidaWatch-Seite reicht als ‚Watchdog‘ aus“, sagt Fuchs.

Vielmehr seien Politiker, Parteien und NGOs „mit aktivierbaren Communities“ gefordert, ihre Kanäle zu nutzen, „um gegenzusteuern“. Wie das funktioniert, hat der baden-württembergische Bundestagsabgeordnete Lars Castellucci gezeigt. Für Blogger Martin Fuchs ein gutes Vorbild, dem „etablierte Akteure“ nacheifern sollten.

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

wohindamit.org

Neuer Webservice für Sachspenden

In den Kellern und Speichern dieser Republik lagern allerhand nützliche Gegenstände, die viele gar nicht mehr brauchen. Möbel, Elektronikartikel, selten getragene Kleidung und überschüssiger Hausrat können woanders sinnvoll zum Einsatz kommen.

[...]
TIL SCHWEIGER

Promibonus für Dresdner Hilfsplattform

Til Schweiger zählt nicht nur zu den erfolgreichsten deutschen Schauspielern, sondern gilt seit dem vergangenen Jahr auch als prominenter Flüchtlingshelfer. Mit seiner neuen Stiftung will er nun eine Dresdner Idee unterstützen.

[...]
Ausblick

Eine gar nicht so utopische Utopie

Was für ein bewegendes Jahr, tausende Bürger demonstrieren jede Woche gegen die Aufnahme von Flüchtlingen. Im Internet werden Helfer und Politiker heftig attackiert. Die Asyldebatte spaltet ein ganzes Land. Wie es nun weiter geht.

[...]
NEUE EKD-STUDIE

Republik uneins über Merkel'sche Asylpolitik

Die Bereitschaft der Bundesbürger, Flüchtlingen zu helfen, ist ungebrochen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage der Evangelischen Kirche in Deutschland. Besorgnis erregt das Anwachsen des Rechtsextremismus.

[...]
Erfahrungen

Handbuch für Flüchtlingshelfer im Ländle

Immer mehr Menschen in Deutschland engagieren sich freiwillig für Flüchtlinge. In vielen Dörfern finden sich Bürger zusammen, organisieren Freizeitangebote und Sprachkurse, um ein wenig Abwechslung und Struktur in den Alltag zu bringen.

[...]
Um die Nutzung unserer Website zu erleichtern, verwenden wir „Cookies“ und die Analyse-Software „Piwik“. Mehr dazu ...