Aktuelles Magazin

von Tom Waurig

Landeszentralen-Chef hört auf

FRANK RICHTER

Frank Richter verlässt offenbar die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung. Das meldet die Tageszeitung „Dresdner Neueste Nachrichten“ in ihrer Mittwochsausgabe. Die Behörde selbst wollte das bislang weder bestätigen noch dementieren. Ende des Jahres werde der 56-Jährige zur Stiftung Frauenkirche wechseln, heißt es weiter. Genaueres werde demnächst bekannt geben.

Richter leitet die Landeszentrale seit 2009. Einen Namen machte er sich als Moderator rund um die Neonazi-Aufmärsche am 13. Februar in Dresden. Mit Aufkommen der Pegida-Bewegung in der sächsischen Landeshauptstadt trat der studierte Theologe immer wieder als Vermittler zwischen Anhängern und Gegnern auf. Spiegel Online nannte Richter einen „Pegida-Versteher“. Die einen schätzen ihn als sachlichen Analysten, andere forderten seinen Rücktritt.

Umstritten war die Entscheidung, im Januar 2015 die Landeszentrale für eine Pressekonferenz von Pegida zu öffnen. Dem Spiegel sagte er damals: „Es muss Menschen geben, die sich zwischen die Fronten begeben - dass man dafür von vielen nicht gemocht wird, diese Erfahrung habe ich schon häufiger in meinem Leben gemacht“. Über seine Nachfolge ist noch nichts bekannt.

Richter liegt viel am Dialog, als Landeszentralen-Chef moderiert er Einwoherversammlungen zum Thema Flüchtlinge in ganz Sachsen. Die unzähligen Veranstaltungen zu Pegida, an denen selbst Vizekanzler Sigmar Gabriel teilnahm, waren bis auf den letzten Platz ausgebucht. Inzwischen ist Richter aber der Meinung, dass es der Führungsriege der asylfeindlichen Bewegung an Gesprächsbereitschaft fehle. „Da wird gehetzt, da wird Stimmung gemacht.“

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