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von Tom Waurig

Ist das noch Punkrock?

Porträt

Plötzlich MdL – René Jalaß sitzt seit zwei Monaten im sächsischen Landtag. (Foto: Amac Garbe)

René Jalaß ist ein Typ, der auffällt – bunt tätowiert bis unters Kinn, die Haare an den Seiten kurz rasiert und oben zum Scheitel gegelt. „Punkrock“ steht auf seinen Händen – ein Buchstabe auf jedem Finger, nur die Daumen sind ausgelassen. Seit Mitte März ist der Leipziger Abgeordneter in Sachsen. „Turbulent ist wahrscheinlich noch untertrieben“, beschreibt er die ersten Wochen. Am 1.1. übernahm Jalaß eine Elternzeitvertretung in der Landesgeschäftsstelle der sächsischen Linken, bis im Februar bekannt wurde, dass Sebastian Scheel als neuer Staatssekretär nach Berlin wechseln würde. Jalaß ist sein Nachrücker. Auf Listenplatz 30 verpasste er 2014 den Einzug ins Parlament nur knapp. Doch ein Jahr später brachte eine innerparteiliche Personalrochade Jalaß unerwartet schnell zurück ins Rennen: Während Parteikollegin Annekathrin Klepsch als Kulturbürgermeisterin ins Dresdner Rathaus ging und die designierte Nachrückkandidatin Heike Werner wegen ihres Ministeramtes in Thüringen ablehnte, zögerte Anwärter Nummer zwei, Heiko Kosel, lange mit der Zusage. Ein „Beinahe-Moment“, so Jalaß.

Zwei Jahre später hat es doch geklappt. „Ich bin jetzt da. Da müsst ihr jetzt durch ;-)“, schrieb er online. Das politische Geschäft ist für Jalaß kein Neuland. Bis Mitte letzten Jahres arbeitete der Mittdreißiger als Büroleiter im links geführten Thüringer Bildungsministerium, pendelte täglich zwischen Erfurt und Leipzig – Fahrzeit mit dem ICE: 42 Minuten. Jalaß benennt den damaligen Karriereschritt als „Aufstieg vom Amateurbereich in die Bundesliga“, den er sich anfangs gar nicht zutraute. In Sachsen gehört er nun sogar zur ersten Elf, hat gleich zwei Wahlkreise zu bespielen – seinen eigenen in Mittelsachen und die Region von Ex-MdL Scheel um Riesa und Meißen. Gerade die Infrastruktur im »Hinterland« dürfe nicht wegbrechen, meint Jalaß. Auch das Büroteam seines Vorgängers beschäftigt er weiter, für den Linken „eine Selbstverständlichkeit“, wie er sagt. In punkto Ressortverantwortlichkeit will sich Jalaß aber nicht … [weiterlesen]

Wie der Politiker von heute aussehen muss und was der Parlamentsneuling an der Drogenpolitik reformieren will, lesen Sie in der neuen Ausgabe des Couragiert-Magazins.

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