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von Willi Brase

Zweiter Engagementbericht – die Ergebnisse

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Gutes Engagement stärkt die Bürgerinnen und Bürger und verdient Anerkennung. (Foto: BMFSFJ)

Der Zweite Engagementbericht betont die Grundprinzipien des bürgerschaftlichen Engagements: Es ist freiwillig, unentgeltlich, gemeinwohlbezogen, öffentlich und gemeinschaftlich. Dieses Credo ist ein deutlicher Fortschritt zum ersten Bericht, der 2012 veröffentlicht wurde. Ebenso positiv ist die Verknüpfung des Bürgerengagements mit der Zukunftsfrage des demografischen Wandels. In diesem Punkt ist deutlich auf die Auswirkungen regionaler Disparitäten auf das Engagement hinzuweisen. Die Einkommenssituation und die Wirtschaftsstruktur sind ebenso wichtig für die Entwicklung von Engagement, wie auch die Ausstattung mit angemessener Infrastruktur. Eine aktive Zivilgesellschaft und moderne Beteiligungsformen können in vielen Regionen mit dazu beitragen, die negativen Auswirkungen der Bevölkerungsentwicklung abzufedern.

Die vielfältige Gesellschaft bringt ganz unterschiedliche Formen des Engagements hervor, die im Engagementbericht aufgezeigt und in den Blick genommen werden. Dieser Breite muss sich auch die Engagementpolitik in den kommenden Jahren noch stärker widmen. Zu einer stärkeren Anerkennung der vielen Engagierten könnte ab der kommenden Legislaturperiode ein ordentlicher Ausschuss im Deutschen Bundestag seinen Teil beitragen.

Gutes Engagement braucht Zeit

Ebenso findet die „dunkle“ Seite der Zivilgesellschaft Platz im Engagementbericht. Viel zu oft werden rassistische, menschenfeindliche und oftmals gewalttätige Aktionen als „Wille des Volkes“ verharmlost. Doch hat dies alles nichts mit dem an den Menschenrechten orientierten, allgemein anerkannten Engagementverständnis zu tun. Die Bundesregierung fördert unter anderem mit dem Programm „Demokratie leben!“ Initiativen und Einrichtungen, die sich gegen diese Umtriebe engagieren. Es braucht aber auch eine langfristige Sicherung der lokalen Engagementstruktur. Nur so können Engagement und Demokratieförderung gemeinsam gelingen.

Um es klar und deutlich zu machen: Gutes Engagement ist für mich zivil, weil damit ein Beitrag zur demokratischen Lösung gesellschaftlicher Konflikte geleistet wird sowie die Vielfalt und Interessensunterschiede anerkannt werden. Auch fördert und erfordert es Beteiligung und kann somit zur „Schule der Demokratie“ werden. Gutes Engagement stärkt die Bürgerinnen und Bürger und verdient Anerkennung. Es ist sowohl eigensinnig und gelegentlich unbequem, aber auch inklusiv. Für gutes Engagement benötigt es Räume, die als Lernorte der Bürgergesellschaft fungieren. Schlussendlich braucht gutes Engagement Zeit, um in einer Epoche, die von Beschleunigung und Zeitknappheit gekennzeichnet ist, nicht obsolet zu werden.

Alle Beiträge des Bundestagsabgeordneten Willi Brase lesen Sie hier.

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