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von Julian Nejkow

Wahl-O-Mat: Ja, nein, vielleicht?

Stimmabgabe

Im März wird gleich in drei Bundesländern gewählt - der Wahl-O-Mat hilft bei der Entscheidung. (Foto: bpb)

Junge Menschen mit Politik vertraut zu machen und für sie zu begeistern, ist eine Aufgabe, mit der sich nicht nur die Abgeordneten schwer tun. Alle möglichen Institutionen ringen darum, innovative und gleichzeitig informative Projekte zu entwickeln, um noch mehr Menschen an die Wahlurnen zu bekommen. Eine besondere Herausforderung sind die sogenannten „Twens“ – Jugendliche und junge Erwachsene unter 30.

Viele von ihnen sind in irgendeiner Form verdrossen, wegen Politik, Parteien oder der Wahl an sich, und das obwohl sie sich durchaus über politische Inhalte informieren. Doch was tun, um Erst- und Jungwähler oder die genauso wichtige Gruppe der künftigen Wählergenerationen zu erreichen, die in drei, fünf oder zehn Jahren mitentscheiden (sollen)?

Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb hat mit dem Wahl-O-Mat die Zeichen der Zeit erkannt. Seit 2002 erfreut er sich großer Beliebtheit. In den letzten zwölf Jahren wurde er über 39 Millionen Mal genutzt – zur Bundestagswahl im Herbst 2013 alleine 13,3 Millionen Mal. Ein Drittel der Nutzer sind eben jene unter 30-Jährigen.

Entscheidungsreicher März

„Der Wahl-O-Mat zeigt die Unterschiede zwischen den Parteien und regt mit seiner spielerischen Herangehensweise vor allem junge Menschen dazu an, sich mit politischen Themen und der anstehenden Wahl auseinanderzusetzen“, sagt bpb-Präsident Thomas Krüger. Am 13. März 2016 werden gleich in drei Bundesländern neue Parlamente gewählt - Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt.

Der Online-Test stellt vor allem politische Positionen zur Diskussion. Zu knapp 40 Thesen soll sich der Nutzer positionieren, um herauszufinden, mit welchen Parteien sie oder er am ehesten übereinstimmt. Die Antwortmöglichkeiten sind recht übersichtlich: Ja, nein oder vielleicht. Thesen können übersprungen oder nach eigener Priorität gewichtet werden.

Die Frage, ob sich muslimische Frauen in der Öffentlichkeit voll verschleiern dürfen, ist ebenso brisant wie die These, dass Polizeibeamte bei Großeinsätzen eine individuelle Kennung tragen müssen. Auch dem Adoptionsrecht von gleichgeschlechtlichen Paaren ist eine Frage gewidmet. Des Weiteren haben sich die Jugendredaktionen entschieden, die Unterbringung von Flüchtlingen, Windkraft, Schuldenbremse oder Studiengebühren zu thematisieren.

Parteipositionen abgleichen

Die doch recht unterschiedlichen Inhalte zusammenzubringen scheint zunächst etwas obskur, doch der Modus und die klare Positionierung zu den einzelnen Standpunkten gibt dem Wahl-O-Mat Recht. Wer mehr über die Positionen der Parteien erfahren will, kann sich Standpunkte der Parteien detailliert begründen lassen. Wer sie schon kennt, kann diese auch gekonnt umgehen.

Das Tool überzeugt aber noch aus einem ganz anderen Grund. Die Bundeszentrale hat nämlich mehrere Module erarbeitet, um den Wahl-O-Mat im Politikunterricht, an der Universität und anderen Weiterbildungsangeboten zum Einsatz zu bringen. Neben klassischen Fragen, wie der Abgrenzung zu extremistischen Parteien, spielen die Rolle der Parteien, die Funktion von Parlament und Politiker eine wesentliche Rolle.

Trotz millionenfacher Zugriffe, fühlen sich laut einer Studie gerade einmal 7 Prozent der Wahl-O-Mat-Nutzer motiviert, an der eigentlichen Wahl teilzunehmen. Dennoch beweist er sein Können ganz woanders, nämlich beim schwierigen Einstieg in das Thema Politik und Wahlen.

Der Wahl-O-Mat steht ab sofort für alle drei Bundesländer zur Verfügung, die am 13. März abstimmen.

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